Neuzugänge für den Bundesligakader gefunden

Nach einer Saison ohne Spannung und ohne Abstiegsangst wird es für die Bundesligamannschaft des TV Refrath ab August wieder vom ersten Spieltag an ernst. An 18 Spieltagen zwischen dem 27. August und dem 3. April geht es für die zehn Badminton-Erstligisten um Meisterschaft und Abstieg. Nach Einschätzung des Clubchefs Heinz Kelzenberg gibt es lediglich vier Clubs, die mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden: „Für alle anderen wird es eng, denn es wird schwierig werden, konstant ein gutes Team an den Start zu bringen“.

Grund dafür ist die am 1.5. begonnene Olympiaqualifikation, die für alle internationalen Top-Spieler Vorrang vor der Bundesliga haben. „Es wollen sich natürlich viel mehr Leute für Olympia 2012 qualifizieren, als Plätze da sind, also spielt man möglichst viele Turniere, um in der Weltrangliste nach oben zu klettern“, so Kelzenberg.

Dies war Grund genug, sich personell gründlich und solide umzuschauen: „Wir wollen und können auch definitiv kein teureres Team als letztes und vorletztes Jahr aufstellen“, so Teammanager Danny Schwarz, der zusammen mit Kelzenberg seit Mitte Dezember aktiv war. Die Verstärkung im Herrenbereich, kommt wie in den letzten 4 Jahren aus Asien, jedoch diesmal aus Chinese Taipeh. Über den Kontakt des Vaters von U13-Talent Samuel Hsiao kam bereits im Februar der 19-jährige Hsu Jen Hao ins Gespräch. Kelzenberg und Schwarz beobachteten den Taiwanesen bei den German Open im März, wo er schließlich den Deutschen Meister Marc Zwiebler souverän ausschaltete. Anschließend trat man in Verhandlungen und profitierte davon, dass Hsu am Ende August mit einer kurzen Unterbrechung für drei Monate nach Europa kommt, um zahlreiche internationale Turniere zur Olympiaqualifikation zu spielen. Aktuell ist Hsu 63. in der Welt, Tendenz steigend. In den Perioden zwischen den Grand-Prix-Veranstaltungen kommt er dann nach Refrath und tritt für die Bundesligamannschaft an. Zwischendurch ist er ebenso noch wochenweise bei der Deutschen Nationalmannschaft in Saarbrücken, so dass Kelzenberg davon überzeugt ist, ein „optimales Leistungspaket geschnürt zu haben“, denn immerhin ist der Taiwanese in 2011 und 2012 bei 16 von 18 Spielen mit dabei. Danny Schwarz: „Ich bin gespannt, welchem Bundesligaverein es noch gelingt, eine starke Nummer Eins so oft aufzubieten“.

Mit den deutschen Leistungsträgern Kai Waldenberger, Denis Nyenhuis und Max Schwenger und einem starken Regionalligakader im Hintergrund scheint der TVR auf der Herrenseite ausreichend gewappnet. Heinz Kelzenberg ist zufrieden: „Es fehlt noch ein Spieler für die beiden Begegnungen ohne Jen Hao, da werden wir aber noch fündig werden. Ich denke, wir sind konkurrenzfähig“.

Auch im Damenbereich musste intensiv gesucht werden und dies gestaltete sich als noch viel schwieriger. Kim Buss spezialisiert sich seit geraumer Zeit aufs Doppel, so dass Einsätze im Dameneinzel problematisch sind, wenn dieser Punkt möglichst regelmäßig kommen soll. Danny Schwarz: „Wir vertrauen ihr an der Seite von Carla Nelte im Doppel, aber das Dameneinzel war schon letzte und vorletzte Saison sehr schwer“. So nutzte man Kontakte nach Spanien, England, Bulgarien, Russland, Holland und innerhalb Deutschlands, bevor man in Irland fündig wurde. Die 22-jährige Chloe Magee wird für den TV Refrath in der Mehrzahl der Spiele auflaufen und soll eine gute Rolle in Liga Eins spielen. Die Nummer 64 der Weltrangliste hat Bundesligaerfahrung in der 2.Liga aus der letzten Saison, wo sie in Maschen nur ein Spiel verlor und die deutschen Bedingungen in der Bundesliga kennenlernte. Heinz Kelzenberg: „Sie ist die beste, die auf dem Markt war, denn nach der Verpflichtung von Jen Hao war ja der Nicht-EU Platz weg und es musste eine Europäerin sein“. Dass die in der passenden Spielstärke rar sind, musste man in den letzten Wochen feststelle und auch bei Magee gab es Mitbewerber. Der deutsche Meister EBT Berlin war ebenfalls an der Irin interessiert, die sich jedoch für Refrath entschied, weil sie hier zu mehr Einsätzen kommt. Heinz Kelzenberg: „Im Dameneinzel wird es in der kommenden Saison zwei überragende Spielerinnen in der Bundesliga geben und dahinter kann Chloe alle schlagen. Immerhin hat sie am Wochenende gegen Egelstaff aus Schottland und Cann aus England gewonnen, die auf 36 und 44 in der Weltrangliste vor ihr stehen“. Da die mehrfache Meisterin von der grünen Insel international auch im Mixed auf Turnieren startet, sieht Kelzenberg auch für den Fall einer Verletzung innerhalb des Damenkaders eine variable Einsatzmöglichkeit für Magee: „Und, was besonders wichtig ist, alle die sie kennen haben ihre Persönlichkeit in den höchsten Tönen gelobt. Ich habe das Gefühl, wir haben einen Glücksgriff gelandet“. Das Damentrio Magee, Nelte und Buss sowie Hanna Kölling und Mette Stahlberg in der „Hinterhand“ – so präsentiert sich der TVR im Damenbereich ebenfalls absolut erstligatauglich. Danny Schwarz: „Die anderen sollen jetzt erst mal Namen präsentieren, die besser klingen und diese dann auch regelmäßig aufs Spielfeld bringen“.

Aus den anderen Bundesligavereinen ist noch nicht viel bekannt, doch die Gerüchteküche brodelt wie in jedem Jahr und besagt, dass alle Clubs versuchen werden, mit personellem Aufrüsten die Klasse zu halten. Wer dann letztlich in welchem Spiel aufläuft, könnte zu einer Art Roulettespiel werden.

Quelle: TV Refrath Badminton

 

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