Zwei Siege mit ordentlich Nervenkitzel – Schänzler und Nelte spielentscheidend

Carla Nelte - Denis Nyenhuis

Carla Nelte – Denis Nyenhuis

Auf dem Papier sollten es zwei unspektakuläre Heimspiele in eindeutiger Favoritenrolle werden, doch letztlich waren die beiden Begegnungen gegen den TSV Trittau und die SG Anspach spannender als erwartet. Mit Lars Schänzler am Samstag sowie Carla Nelte am Sonntag sorgten zwei Refrather mit exzellenten Leistungen dafür, dass der TVR den zweiten Tabellenplatz in der Badminton-Bundesliga zurück erobern konnten

Heinz Kelzenberg: „Unsere Zuschauer haben tolle, spannende Spiele gesehen und wir sind als Team wieder ein Stück mehr zusammengewachsen“. Leider war es der bislang in dieser Saison sehr konstant und stark aufspielende Richard Domke, der am Samstag Sorgen bereitete. Domke konnte vier Wochen wegen eines Bundeswehrlehrgangs nicht trainieren und klagte bereits in der Woche zuvor in Bischmisheim über leichte Rückenschmerzen. Nach einem Besuch beim Chiropraktiker hatte er schließlich am Samstag immer noch leichte Schmerzen und am Sonntag wurden diese dann stärker.

Nachdem gleich zu Beginn Trittaus Nikolaj Persson gegen den sichtlich geschwächten Refrather leichtes Spiel hatte, wurden die Minen bei der Heimmannschaft immer sorgenvoller. Hinzu kam nämlich, dass die Finnin Nanna Vainio extra für die Norddeutschen aus Mexiko angereist war und Refrath ohne Chloe Magee und Carla Nelte zu Werke gehen musste.

Doch Ya Lan Chang und Jenny Karnott gewannen ebenso ihr Doppel wie auch die stark aufspielenden Sam Magee und Fabian Holzer. Beim Stande von 2:1 und guter Prognose für das ausstehende Mixed wurden die beiden Einzel von Lars Schänzler und Ya Lan Chang gespielt, in denen der TVR jedoch keineswegs als Favorit galt.

Lars Schänzler und Coach Daniel Winkelmann

Lars Schänzler und Coach Daniel Winkelmann

Lars Schänzler bewies eindrucksvoll, dass er längst in der 1. Bundesliga angekommen ist und auf ihn auch in schwierigen Situationen Verlass ist. Heinz Kelzenberg war von seiner Leistung begeistert: „Toll gespielt und vor allem einen Big Point geholt. Das ist für junge Spieler wichtig“. Dass anschließend die 29-jährige Taiwanesin Chang leichtes Spiel mit der potentiellen Olympiateilnehmerin aus Finnland hatte, war beeindruckend, jedoch zum Teil auch auf die Reisestrapazen der Trittauer Spielerin zurückzuführen.

Da auch Sam Magee und Jenny Karnott nach guter Leistung das Mixed locker nach Hause fuhren, hieß es am Ende 5:1 für die Heimmannschaft.

Zwei Stunden nach Spielende meldete sich Carla Nelte aus der Türkei und bot an, dem Team am Sonntag zu helfen. Heinz Kelzenberg: „Nach ihrer Halbfinalniederlage dort hatte sie Lust, ihre Mannschaft noch einmal in diesem Jahr zu sehen und zu unterstützen. Ich kenne Carla seit vielen Jahren und schätze ihren Charakter und ihre Einstellung, die vorbildlich ist“.

Fabian Holzer

Fabian Holzer

Neltes Einsatz war auch bitter nötig, denn unmittelbar vor dem Spiel meldete sich Richard Domke endgültig für die anstehende Begegnung ab. Es blieben mit Lars Schänzler, Fabian Holzer und Denis Nyenhuis genau drei Herren übrig, wodurch der TVR komplett ohne seine drei Stammherren Roth, Domke und Magee dastand. Magee war bereits am Vortag wieder zurück nach Irland gereist, Roth und Domke übernahmen schließlich wichtige Coachingaufgaben.

Während Nelte/Karnott toll harmonierten und für die Führung sorgten, mühten sich Nyenhuis/Holzer über drei Sätze, überließen jedoch der SG Anspach den Sieg im Herrendoppel. Lars Schänzler hatte im Anschluss leichtes Spiel und auch Ya Lan Chang dominierte ihre Gegnerin nach verlorenem ersten Satz schließlich nach Belieben.

Als dann jedoch das Mixed mit Denis Nyenhuis und Carla Nelte im zweiten Satz zwei Matchbälle gegen sich hatte, war das lautstarke Publikum wie bereits am Vortag gefordert und gab eine perfekte Rückendeckung. Die beiden Refrather, die auch privat ein Paar sind, drehten gemeinsam das Spiel und gewannen schließlich auch den entscheidenden 3. Satz. Die Zuschauer sahen zum Ende der Partie noch einen beeindruckenden Zweisatzerfolg von Fabian Holzer, der als Doppelspezialist sein Spiel unter dem Jubel der Zuschauer gewann.

Heinz Kelzenbergs Fazit nach dem zweiten 5:1 Erfolg fiel diesmal etwas länger aus: „Ich bin extrem stolz auf die Charakterstärke dieses Teams und wenn man weiß, wie schwierig es ist, in einer Individualsportart eine Mannschaft zu haben, in der jeder für jeden da ist, dann kann man sich vorstellen, wie gut es mir nach diesen beiden Siegen geht. Wir hätten auch etwas liegen lassen können gegen zwei toll kämpfende gegnerische Mannschaften. Aber ich wusste, dass ich mich auch auf die sogenannten Reservespieler verlassen kann und sie alles geben werden, um ihren Beitrag zu leisten“.

Refrath profitierte parallel vom 3:3 zwischen dem 1.BC Beuel und Union Lüdinghausen sowie einem weiteren Unentschieden der Bonner in Düren. Dadurch ist der Abstand auf Platz 4 schon auf komfortable 6 Punkte angewachsen und die Chancen auf das Erreichen des Playoff-Halbfinals werden immer größer.

Bereits zu Jahresbeginn möchte das Refrather Team dann in den Begegnungen in Beuel (3.1.) sowie gegen Lüdinghausen (5.1. 19 Uhr) den zweiten Tabellenplatz behaupten. 3:1 Punkte würden ausreichen, um dies zu schaffen, doch jeder TVR-Spieler weiß, wie schwierig dies werden wird. Personell wird man auch dann nicht aus dem Vollen schöpfen können, denn Fabian Roths Rückkehr auf den Court ist eher für Februar geplant.

Wieder zur Verfügung stehen werden in den Januarspielen aber Carla Nelte sowie Chloe und Sam Magee. Heinz Kelzenberg: „Wir sind optimistisch und freuen uns auf die anstehenden Aufgaben“.

Quelle: TV Refrath Badminton

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