Erschöpfte Einsatzkräfte des DRK kehren aus Magdeburg zurück.

drk_hochwassereinsatz_2013Bis Freitagmorgen arbeiteten die ehrenamtlichen Helfer des DRK in einem Betreuungsplatz in Magdeburg und sorgen für Unterkunft und Verpflegung und stellten die medizinische Versorgung sicher. Bergisch Gladbach / Magdeburg (drk).

Nach dem Abrücken am Freitagabend kamen die Helfer mit Zwischenstopps in Leverkusen und Bielefeld am Samstagmorgen wohlbehalten in Magdeburg an. Die Lage vor Ort war sehr angespannt. Ehrenamtliche und hauptamtliche Kräfte der Hilfsorganisationen, Feuerwehren und unzählige freiwillige Helfer arbeiteten hochprofessionell Hand in Hand. Heute, am Freitagabend, sind die insgesamt 59 Einsatzkräfte unter der Führung des Kreisbereitschaftsleiters Wolfgang Heinke wohlbehalten nach Bergisch Gladbach zurückgekehrt. „Unser Einsatzauftrag war die Sicherstellung von Unterkunft und Verpflegung der Einsatzkräfte der dortigen Abschnittsleitung.“ sagt Wolfgang Heinke. Dementsprechend war an ein Schlafen gehen nach dem Eintreffen vor Ort erstmal nicht zu denken.

Während die mitgeführten Betten und Decken als Ruheplätze für die Einsatzkräfte in einer Turnhalle vor Ort aufgebaut wurden, wurden ganz in der Nähe Küchenzelte und Aufenthaltsbereiche eingerichtet. Für die persönliche Hygiene standen in den Turnhallen Gemeinschaftsduschen und Waschbecken bereit, vor der Halle wurden etwa 20 Chemietoiletten aufgebaut. Ganz in der Nähe der Turnhalle wurde das Zelt der Medizinischen Versorgung errichtet. „Die Medizinische Versorgung ist die Kombination aus einer kleinen Notdienstpraxis und einem internen Rettungsdienst für den Betreuungsplatz.“ sagt Anika Herrmann, Ärztin der Einsatzeinheit. Wie auch alle anderen Helfer wurde die Ärztin von ihrem Arbeitgeber extra für diesen Einsatz freigestellt, für sie war es der erste Einsatz dieser Größe. „Im Betreuungsplatz gab es keine schwerwiegenderen Verletzungen. Einige Helfer klagten über Kopf- oder Halsschmerzen, Mückenstiche und wundgelaufene Füße, außerdem machten einigen die Temperaturen zu schaffen. Insgesamt haben wir fast 150 Behandlungen durchgeführt“

Neben der medizinischen Versorgung stand aber auch die seelische Gesundheit der Helfer immer im Blickpunkt der Einsatzkräfte. Gruppenführerin Anna Nicolai wurde mit der „seelischen Ersten Hilfe“ beauftragt. „Viele Einsatzkräfte bei uns verfügen über eine spezielle Ausbildung in psychosozialer Notfallversorgung. Diese Helfer standen den Kollegen vor Ort jederzeit z.B. für persönliche Gespräche zur Verfügung. Die vorbeugende Arbeit ist in solchen Fällen immer besonders wichtig, damit wir mögliche Probleme frühzeitig erkennen und an Fachleute weiterleiten können. In diesem Einsatz ging es aber bis zum Schluss allen Helfer sehr gut, die Belastbarkeit unserer Kollegen ist bemerkenswert!“ Dies kann auch Kreisgeschäftsführer Reinhold Feistl nur unterstreichen. Von Bergisch Gladbach aus behält er die Entwicklungen in den Hochwassergebieten stets im Blick. „Ich bin sehr stolz auf die zahlreichen Helferinnen und Helfer und danke den Arbeitgebern, dass sie ihre Mitarbeiter für die Zeit des Einsatzes in Magdeburg freigestellt haben.“ „Den größten Einsatzbereich macht sicher der Verpflegungsbereich aus.“ sagt Zugführer Detlef Werner. „Unsere Küchen arbeiten im 24-Stunden-Betrieb, die Logistiker müssen ständig neue Lebensmittel heranschaffen, die wir dann umgehend verarbeiten.

Alles, was wir gerade gespült haben, wurde fast sofort wieder neu gebraucht. Bis zu dreimal am Tag sind wir mit unserem Küchen-LKW bei den Lebensmittelgroßhändlern in Magdeburg vorgefahren und haben deren Lager leer und unseren LKW vollgemacht. In den Spitzenzeiten haben wir auf einen Schlag bis zu 2400 statt der geplanten 200 Portionen Essen ausgegeben, da wir auch angrenzende Einsatzabschnitte mitversorgen mussten. Glücklicherweise wird unserer Einheit von einem heimischen Getränkehändler immer ein eigener Kühlwagen für die Einsätze zur Verfügung gestellt, die Kühlmöglichkeiten sind unverzichtbar.“ Auch für die Einsatzkräfte der Schnelleinsatzgruppe Sanitätsdienst und des Rettungsdienstes gab es einen Sonderauftrag vor Ort. Die Einsatzkräfte wurden mit einem Rettungswagen und ihrem Gerätewagen Sanitätsdienst zur Sicherung der Einsatzkräfte am Deich abgerufen. „Glücklicherweise waren die Leute dort sehr vorsichtig bei der Arbeit“ sagt Rettungssanitäter Tobias Margotte, „unsere Hauptarbeit bestand in der Versorgung kleinerer Schrammen und der Ausgabe von Blasenpflastern.

Am Donnerstag wurde es dann noch einmal besonders spannend: unsere Einsatzfahrzeuge haben sich einem Patiententransportzug angeschlossen, der die Bewohner eines Seniorenheims zurück in ihre Wohnungen bringen durfte.“ Da immer mehr freiwillige Helfer nach Magdeburg gerufen wurden, stiegen auch die Anforderungen an den Betreuungsplatz. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden weitere sieben Helfer aus Bergisch Gladbach mit zusätzlichem Material nachgefordert. Weitere Helfer standen während der gesamten Einsatzdauer in Bereitschaft im Kreisgebiet. „Eine solch umfangreiche Hilfsaktion wäre ohne die Unterstützung unserer Fördermitglieder nicht möglich. Die Bereitstellung und Beschaffung des Materials, der Transport, die Ausbildung der Helfer und vor allen Dingen der Betrieb der Verpflegungsstationen vor Ort könnten ohne diese Gelder nicht gewährleistet werden.“, weiß Kreisgeschäftsführer Reinhold Feistl. Aus dem Landesverband Nordrhein sind aktuell noch etwa 569 von bisher 672 eingesetzten Kräften im Einsatz.

Mit 59 Helfern war das DRK im Rheinisch Bergischen Kreis die bisher personalstärkste Einsatzformation des DRK-Landesverbandes Nordrhein im Hochwassereinsatz. „In diesem Einsatz hat sich die deutlich gezeigt, was unsere ehrenamtlichen Helfer alles leisten können. Alle Ausbildungen und Übungen waren eine hervorragende Vorbereitung, aber erst im Einsatz zeigt sich das unglaubliche Potenzial solch motivierter Helferinnen und Helfer.“ schließt Wolfgang Heinke und entlässt die Helfer um etwa 22 Uhr nach Hause.

Quelle: DRK Refrath

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